Anbinden
der Triebe (Biegen und Gerten)
(März - April)
Vor
dem Anbinden –Abb.1- muss der Rebstamm mit einem elastischen Kunststoffband am
unteren Draht befestigt werden (Stockband). Normalerweise halten die Bänder
mehrere Jahre, können aber durch den Maschineneinsatz beschädigt werden. Das
Anbinden der Fruchtruten (wurde früher auch als „Kammertmachen“
bezeichnet)
Abb. 1 –Vor
dem Anbinden-
ist
heute noch reine Handarbeit.
Dazu verwenden
wir einen Beli-Binder Abb.2-. Hierbei handelt es sich um eine
Bindezange, die in
einem Arbeitsgang den Trieb am
Drahtrahmen fixiert. Das Gerät arbeitet
mit einem dünnen Draht -Abb. 3-, der sehr
kostengünstig ist und beim nächsten
Rebschnitt einfach weggezogen werden kann.
Durch den Einsatz des Beli-Binders konnten wir die Akh/ha
aus 15-20 drücken.
Abb. 2
–Anbinden mit dem Beli-Binder-
Mit der alten Methode („Kammerten“ mit Weiden)
wurde mindestens die doppelte Zeit benötigt.
Beim Anbinden unterscheidet man verschiedene
Erziehungsarten. Das sind z. B. Flachbogen,
Halbbogen (auch Pendelbogen genannt),
Viertelbogen, Ganzbogen und neuerdings
auch die Umkehrerziehung. In unserem Betrieb
wenden
wir nur die Flachbogen- und die
Halbbogenerziehung an. Bei der Flachbogenerziehung
-Abb. 4- wird die Rute um den Biegedraht geschlungen
Abb.
3 –Rebe am Draht fixiert-
und angebunden. Diese Methode wird bei Rebsorten
angewandt, bei denen weniger Augen angeschnitten
sind (z. B. Grauburgunder, Weissburgunder und
Spätburgunder). Bei der Halbbogenerziehung
–Abb. 5-werden die Triebe über den oberen Biegedraht
nach unten gebogen und am unteren Draht befestigt.
Das geschieht bei uns z. B. bei Dornfelder oder
Portugieser, die auf zwei Ruten geschnitten sind.
Abb. 4
–Flachbogenerziehung- Weissburgunder
Vor allem die Portugieserreben sind sehr brüchig.
Deshalb bindet man sie am besten
nach einem
Regenschauer oder bei hoher Luftfeuchtigkeit an.
Abb. 5
–Halbbogenerziehung- Dornfelder
Bei
den zweijährigen Anlagen muss die Rebe
am Pflanzpfählchen –Abb. 6 u. 7-
angebunden werden,
Abb. 6
–Anbinden der Junganlage mit Römerband
sonst würde es auf Dauer keinen geraden Stamm geben.
Abb. 7 –Rieslingrebe im 2. Standjahr-